Christina Bronisch-Mann


 
 
 
Kunst ist für mich, was klingt und daher wie auch immer geartet, berührt ... und Klang ist immer die Folge einer gelungenen Komposition.
Eine bewegende bildnerische wie auch eine musikalische Komposition geschieht über die (Er-) Findung von besonderen Klangkonstellationen, die unsere visuellen Wahrnehmungsgewohnheiten in Frage zu stellen vermögen. Das erfordert, auch mich selbst aus dem Gewohnten immer wieder zu lösen, um über die bloße Interpretation des schon Existierenden hinaus, die Spur zu einer möglichst autonomen Sicht auf die Dinge und die Welt zu verfolgen.

Mein Anliegen ist es, dem Rätselhaften, sowohl über eine autonome Bildsprache mittels Ausdruck von Widersprüchen innerhalb der Darstellung eines ästhetischen Moments einen Ausdruck zu verleihen, als auch über Abbildungen von Surrealem innerhalb des Gegenständlichen, welches den Betrachter manchmal noch direkter auf emotionale Weise erreichen kann.

Es geht mir dabei um eine bildsprachliche Auseinandersetzung mit Lebensthemen im weitesten Sinne und deren Artikulation. Aspekte des Lebens sowie des menschlichen Erlebens, die merk-würdig sind, die konfrontieren und den Betrachter anregen können, sein bisheriges Verständnis von sich selbst und der Welt zu hinterfragen.
Dazu setze ich mich auseinander mit autonomen bildsprachlichen Möglichkeiten (Kompositionen und Farbkontrasten), um mittels der Erzeugung eines „Klangs“ in der Bildästhetik... (analog zur Musik), dem Betrachter etwas Fragwürdiges zu vermitteln. In ihm sozusagen eine „Krise“ anzuregen, die zum nach-Denken, zum Hinterfragen, zur Auseinandersetzung herausfordert.
Um mich hierbei weiter zu entwickeln studierte ich an der WfK Wiesbaden http://www.w-f-k.de synthetisches Zeichnen, Malerei, Komposition und Farbenlehre.

Hier lernte ich insbesondere das konzeptuelle Vorgehen bei der Frage, wie ich in meinen jeweiligen Arbeiten Komposition, Farbe, Technik zu meinen Zwecken nutzen kann.
Das ist für mich ein entscheidender Weg, den ich auch in Augenblicken intuitiven Vorgehens, bei dem sich während des Arbeitens etwas heraus bildet, woraus sich erst mein Thema formt, konkretisiert und sich dabei auch für mich selbst erst erschließt, nie verlasse.
Es ist ein Wechselspiel, in dem Fragen und Antworten zum „nächsten Schritt“ sich gegenseitig vorantreiben.
Das bedeutet eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, insbesondere der Weiterentwicklung autonomer, bildsprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten, die ja – analog zur verbalen Sprache oder zur Sprache der Musik, am Ende allgemeinverständlich transportieren soll, was ich zu sagen habe.

Ich versuche also für den Betrachter auf subtile Weise das erlebbar zu machen, was sich in meinen Augen hinter dem Vordergründigen verbirgt. Das bezieht sich auf alle Lebensthemen, die mir persönlich in meinem Erleben des Lebens begegnen und mich beschäftigen.

Es ist und bleibt für mich ein fortwährender Prozess, meine individuelle Spur zu suchen, die meinem eigenen Wesen am meisten entspricht. Somit ist der „Anfang“ für mich etwas „auf Dauer gestelltes“, etwas, was sich fortlaufend entwickelt und immer weiter geformt hat und formt.